Fragen & Antworten

Allgemein

Rund um die NEL: Warum sie gebaut wird und welche Bedeutung Erdgas für die Versorgungssicherheit Deutschlands und Europas hat.

Warum wird die NEL gebaut?

Weil in Europa der Gasbedarf langfristig steigt, aber gleichzeitig die Eigenproduktion sinkt, müssen für eine Erweiterung der Importe neue Infrastrukturen – wie die durch die Ostsee führende Erdgasleitung NORD STREAM – geschaffen bzw. bestehende Importinfrastrukturen erweitert werden. Die NORD STREAM wird vom russischen Wyborg über 1.220 Kilometer durch die Ostsee bis nach Greifswald (Lubmin) führen. Der erste Leitungsstrang von NORD STREAM soll Ende 2010 fertig gestellt werden und nach einer Testphase im Jahr 2011 mit einer Transportkapazität von rund 27,5 Milliarden Kubikmetern Erdgas pro Jahr in Betrieb gehen. In einer zweiten Projektphase wird die Transportkapazität durch einen parallel laufenden Leitungsstrang auf rund 55 Milliarden Kubikmetern Erdgas pro Jahr verdoppelt. Die Inbetriebnahme des zweiten Leitungsstrangs ist für das Jahr 2012 geplant.

Um diese Gasmengen abtransportieren und zu den Kunden bringen zu können, soll die NEL wie auch die OPAL (Ostsee-Pipeline-Anbindungs-Leitung) gebaut werden. Beide Leitungen sollen die in Greifswald anlandende Ostseepipeline NORD STREAM mit den bestehenden Erdgastransportsystemen vernetzen.

Die Inbetriebnahme der NEL ist für das Jahr 2012 geplant, die OPAL soll bereits ein Jahr früher in Betrieb genommen werden. Die zukünftigen Netzbetreiber von OPAL und NEL sind die OPAL NEL TRANSPORT GmbH (ONTG) und E.ON Ruhrgas Nord Stream Anbindungsleitungs GmbH.

nach oben

Welche Dimension hat das NEL-Projekt?

Innerhalb des Gesamtprojektes NORD STREAM ist das geplante Onshore-Transportsystem in Deutschland das letzte Bindeglied einer durchgängigen Gas-Lieferkette, die von Russland bis in die nationalen Erdgasmärkte Europas reicht. Es ergänzt die bestehende Infrastruktur, die zur Versorgung der Europäischen Union ausgebaut werden muss, und deren Gesamtverwirklichung nach Auffassung der Europäischen Kommission unerlässlich ist. Dabei können insbesondere die Norddeutsche Erdgasleitung (NEL) und die Ostsee-Pipeline-Anbindungs-Leitung (OPAL) einen unverzichtbaren Beitrag zur dauerhaften Versorgungssicherheit und zur weiteren Stärkung der Rolle Deutschlands als europäische Transitdrehscheibe für Erdgas leisten.

Mit einer Transportkapazität von mehr als 20 Milliarden Kubikmeter Erdgas pro Jahr gehört die NEL zu den größten Pipelineprojekten in Deutschland.

nach oben

Warum müssen bei stark steigenden Gaspreisen und der zunehmenden Diversifizierung durch andere Energiequellen überhaupt solch umfassende neue Leitungskapazitäten gebaut werden?

Zusätzliche Mengen und damit auch zusätzliche Transportkapazitäten werden benötigt, um den wachsenden Importbedarf von Deutschland und Europa zu decken. Denn gleichzeitig zu der steigenden Erdgasnachfrage ist mit einer Abnahme der Produktionsmengen aus bestehenden Feldern in den Erdgas produzierenden EU-Ländern – insbesondere in Großbritannien, den Niederlanden und Deutschland – zu rechnen. Nennenswerte Neufunde von Erdgas innerhalb der EU sind nicht absehbar. Zudem ist die europäische Reservenbasis mit rund 3 % der Welterdgasreserven relativ klein und die Produktion wird nach 2010 voraussichtlich stetig sinken. Diese Differenz zwischen Erdgasverbrauch und Erdgasförderung ergibt den Erdgasimportbedarf. Nach Schätzungen der Europäischen Kommission (Ivgl. Energy and Transport – Trends to 2030, update 2007) steigt der Bedarf an Erdgas in Europa allein bis zum Jahr 2015 von rund 550 Milliarden Kubikmeter (2006) auf über 600 Milliarden Kubikmeter.

Die Konsequenz aus einem zunehmenden Erdgasimportbedarf ist die Erschließung und Förderung zusätzlicher Erdgasreserven für Deutschland und die EU. Aus nationaler und europäischer Sicht befinden sich drei Viertel der Erdgasreserven in einem Umkreis von weniger als 4.000 Kilometern.

Diese geographisch privilegierte Stellung in Verbindung mit dem Ausbau transeuropäischer Erdgasnetze und langfristigen Importverträgen sind entscheidend für die Versorgungssicherheit in Deutschland und der EU.

nach oben

Warum gilt Erdgas als Primärenergieträger der Zukunft?

Erdgas ist als sichere und umweltverträgliche Alternative zu anderen fossilen Energieträgern anerkannt. Dessen Nachfrage hat in Deutschland und in der EU in den letzten 25 Jahren am stärksten von allen Energieträgern zugenommen. Als fossiler Energieträger mit weitreichenden Reserven und den geringsten Emissionswerten bei der Verbrennung gilt Erdgas auch zukünftig als Wachstumsenergie Nummer eins in Deutschland und in der EU. Gründe hierfür sind der effiziente und umweltschonende Ausbau der Infrastruktur, die verbesserte Verfügbarkeit und Wettbewerbsfähigkeit, die hohe Effizienz (Wirkungsgrade), der sichere Transport und Gebrauch von Erdgas sowie die im Vergleich zu Kohle und Mineralölprodukten niedrigeren Investitionskosten für die meisten Gasanwendungen. Zukünftig ist deshalb sowohl im nationalen als auch europäischen Markt mit einem weiteren Anstieg des Anteils von Erdgas am Primärenergieverbrauch zu rechnen.

nach oben

Für welche Länder ist das Gas bestimmt, das die NEL-Leitung transportiert?

Die NEL kann einen entscheidenden Beitrag zur sicheren und flexiblen Erdgasversorgung in Deutschland und in der Europäischen Union leisten. Neben der Ostsee-Pipeline-Anbindungs-Leitung (OPAL) soll auch die Norddeutschen Erdgasleitung (NEL) Erdgas aus der Nord Stream weiter transportieren.

Zusammen wird der landseitige Anbindungsteil zusätzliche Erdgasmengen nach Deutschland und in benachbarte Länder transportieren. 

nach oben

Wie profitieren die Regionen entlang der Pipeline von den Investitionen?

Mit den beiden Pipeline-Projekten OPAL und NEL leisten die WINGAS-Gruppe und die E.ON Ruhrgas AG einen wesentlichen Beitrag für die sichere Versorgung mit Erdgas – davon profitieren natürlich auch die Städte und Gemeinden entlang der Pipeline. Zudem fördern die Unternehmen mit den Investitionen die regionale Wertschöpfung. Während die Hauptbauaufträge für die Verlegung der Pipeline an ausgewiesene Spezialfirmen vergeben werden, ist es üblich, dass diese Firmen wiederum Teile der Bauaufträge an Subunternehmen vor Ort weiterreichen.

nach oben

Deutsch English