Das Projekt NEL
Die 440 km lange NEL gehört zu den größten Pipelineprojekten Deutschlands und verlangt den planenden Ingenieuren äußerste Präzision ab: Ihr Streckenverlauf berücksichtigt die Faktoren Naturschutz, Geografie, Sicherheit und Wirtschaftlichkeit gleichermaßen. Garantiert wird dies durch eine durchdachte Technik und ein Planungsverfahren, das alle Träger öffentlicher Belange mit einbezieht.
Die NEL wird vom Anlandungspunkt der Nord-Stream-Offshore Pipeline in Lubmin bei Greifswald in Richtung Westen durch Mecklenburg-Vorpommern bis nach Niedersachsen verlaufen. Von Lubmin aus steuert die 440 Kilometer lange Leitung zunächst südwestlich auf die Mecklenburgische Seenplatte zu. Zwischen Güstrow und Teterow verläuft sie weiter Richtung Schwerin, um die Elbe schließlich bei Hittbergen in der Nähe von Lauenburg zu queren. Südlich von Hamburg passiert die NEL das Einzugsgebiet der Stadt Winsen an der Luhe. Ab Seevetal verläuft die Pipeline zunächst durch die Nordheide parallel zur A1 bis nach Achim bei Bremen. Durch die Moorlandschaft bei Syke und Bassum erreicht sie schließlich das nahe Vechta gelegene Rehden, wo das Erdgas schließlich gespeichert oder in das bestehende Erdgasleitungsnetz geleitet wird.
Mehr als 20 Milliarden Kubikmeter Erdgas werden pro Jahr durch die NEL strömen, das entspricht etwa einem Fünftel des gesamtdeutschen Erdgasbedarfs.
Schritt für Schritt
Der Bau der Pipeline soll nach der Genehmigung durch die Behörden in einzelnen Bauabschnitten parallel begonnen werden. In jedem Abschnitt legen die Bauarbeiter einen Arbeitsstreifen an, in dessen Bereich die einzelnen Rohrsegmente verschweißt und der Rohrgraben ausgehoben werden. Nach einer gründlichen mehrfachen Prüfung der Schweißnähte folgt ein abschließender „Stress-Test“: Hierzu belasten die Ingenieure die Pipeline bei einer Wasserdruckprüfung mit einem deutlich höheren Druck als im späteren Betrieb. So wird sichergestellt, dass die Leitung den kommenden Belastungen auf jeden Fall standhalten wird.
Im Dialog
Vor Beginn der Bauarbeiten prüfen die zuständigen Behörden und Kommunen, welche Faktoren bei der Trassenplanung und der Verlegung der Pipeline großräumig berücksichtigt werden müssen. In diesem Raumordnungsverfahren werden verschiedene Planvarianten unter ökologischen, ökonomischen, kulturellen und auch sozialen Aspekten überprüft. Nach dessen Abschluss folgt das eigentliche Genehmigungsverfahren, das sogenannte Planfeststellungsverfahren. Dieses Verfahren bündelt unter Einbezug der Öffentlichkeit sämtliche fachgesetzlichen Belange vom Naturschutz über den Immissionsschutz bis hin zum Denkmalschutz – und beinhaltet natürlich auch die Umweltverträglichkeitsprüfungen. Der Planungsprozess endet mit dem Planfeststellungsbeschluss – der Genehmigung zum Bau der Leitung.










